Stellungnahme zu den jüngsten Vorkommnissen auf der Tattoo Convention Berlin 2019

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Stellungnahme zu den jüngsten Vorkommnissen auf der Tattoo Convention Berlin 2019

Die Tattoo Convention ist eine internationale Ausstellung mit Künstlern aus der ganzen Welt und steht in jeder Hinsicht für Weltoffenheit. Die Tattoo Convention ist die älteste Convention weltweit und hat sich bisher gerade dadurch ausgezeichnet unterschiedlichste Kulturen und deren künstlerische Ausdrucksweise zu unterstützen und in der Convention zusammen zu bringen. Eine internationale Zusammenkunft in dieser Form wäre sonst über einen so langen Zeitraum, XXX Jahre, gar nicht möglich gewesen.

Im letzten Jahr hatte die Co-Veranstalterin, Jutta Schwarz, eine Kunst-Ausstellung zum Thema Menschenrechte auf der Convention integriert.

Das alles passt so ganz und gar nicht zu den jüngsten Vorkommnissen, bei der Wahl zur „Tattoo Queen“. Wir distanzieren uns hiermit in jeder Form von der rechten Szene und rechtsextremistischen Weltanschauungen. Rechtsextremismus hat auf der Tattoo Convention nichts verloren.

Zum besseren Verständnis hier noch einige Hinweise zum Symbol der Swastika:

Der Name Swastika kommt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich „das (zum) Gutsein (gehörige)“, „Das Heilbringende“. Als Aussage wird es mit „Alles ist gut“ übersetzt. Im Hinduismus ist die Swastika neben dem „OM“ das wichtigste Symbol. Es gilt als Zeichen der Wiedergeburt. Das Symbol der Swastika hat in unzähligen Kulturen eine herausragende Bedeutung und gilt als Glücksbringer. Wer schon einmal in Indien war weiß, wie oft einem dort das Symbol begegnet.
Die Nazis haben die Swastika für ihre Zwecke missbraucht, seither ist das Symbol in unserem Kulturkreis leider nur noch negativ belastet.

Die Swastika ist ein gut dokumentiertes, antikes Symbol, das in Asien, Europa und seltener auch in Afrika und Amerika gefunden wurde – das älteste stammt ungefähr 10.000 Jahre vor Christus.
Eine Swastika ist ein Kreuzsymbol mit abgewinkelten oder gebogenen Armen. Die vier Enden können nach rechts oder links gerichtet, recht-, spitz-, flach-winkelig oder rund gebogen und mit Kreisen, Linien, Punkten oder Ornamenten verbunden sein.

In der Tattoo Szene sieht man die Symbole öfter, da die internationalen Künstler aus Ländern kommen in denen die Swastika traditionell als Glückssymbol verankert ist. Bei den Tätowierern ist das international bekannt.

Bei der jungen Dame (im von der BZ veröffentlichten Foto) sieht man deutlich, dass die Enden der Swastika gebogene Arme haben, somit unterscheidet sie sich deutlich vom Hakenkreuz.

Wir bewerten die Tattoos von ihrem künstlerischen Aspekt. Wenn wir bei der Tattoo Queen Anwärterin die Symbole auf ihren Oberschenkeln als Hakenkreuz gedeutet hätten, wäre sie von uns sofort der Veranstaltung verwiesen worden.

Die Tattoo Queen Anwärterin hat selbst auf der Bühne eine Erklärung abgegeben, in der sie deutlich darauf hinwies, dass es sich dabei um religiöse Symbole handelt, die in keiner Verbindung zum Rechtsextremismus stehen.

Unser multikultureller, künstlerischer Blickwinkel hat uns ein Bein gestellt, auf das wir gerne verzichtet hätten.

Die Behörden werden entscheiden wie es weiter geht.